Honduras: Journalist ermordet – einen Monat vor Präsidentschaftswahlen

Honduras: Journalist ermordet – einen Monat vor Präsidentschaftswahlen

arton45384-65335.jpgAm vergangenen Freitag wurde der zerschossene Körper des Kameramannes Manuel Murillo Varela in der Hauptstadt Tegucigalpa gefunden. Erst vier Monate zuvor war der TV-Journalist Anibal Barrow. ermordet worden.

Der Tod Murillos einen Monat vor den landesweiten Wahlen ist die traurige Konsequenz der zunehmenden Gewalt gegenüber Journalisten in Honduras, die vor allem jene trifft, die durch negative Berichterstattung über die Regierung des Landes aufgefallen sind.

Murillo war bereits im Februar 2010 gemeinsam mit einem Kollegen von Polizisten gekidnappt und gefoltert worden.Seinen eigenen Aussagen gegenüber dem “Komitee der Verwandten von Vermissten in Honduras” (COFADEH) zufolge sei er wegen filmischer Aufnahmen von regierungskritischen Demonstranten bereits 2009 vom Militär bedroht worden, unter anderem mit der Ermordung seiner Familie.


“In Honduras werden Journalisten konstant eingeschüchtert. Gewalt gegenüber Journalisten steht hier auf der Tagesordnung. Wir fordern die Kandidaten der kommenden Wahl auf, Presse-und Informationsfreiheit zu wahren und Journalisten zu schützen – besonders in den Wochen vor der Wahl”, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.

Die Inter-Amerikanische Kommission für Menschenrechte hatte bereits 2010 die Regierung um Schutzmaßnahmen für Murillo gebeten.

In den vergangenen vier Jahren hat Reporter ohne Grenzen neun Morde an Journalisten registriert, bei denen das Mordmotiv direkt in Verbindung zur Arbeit der Opfer stand. Bei weiteren 18 ermordeten Journalisten oder Bloggern ist eine solche Verbindung wahrscheinlich. Kritische Berichterstattungen über Themen wie dem Bergbau, Polizeigewalt oder Menschenrechtsverletzungen führen fast automatisch zu Repressionen gegen die Journalisten oder Medienhäuser und Sendestationen.

Fehlender politischer Wille und Ermittlungen, die sich endlos hinziehen, haben zu einem Klima der Straflosigkeit in Honduras geführt – Journalisten reagieren mit Selbstzensur oder Flucht ins Ausland, wie etwa Dina Meza und Fidelina Sandoval.

Honduras steht auf Platz 127 von 179 Ländern auf der Rangliste von Reporter ohne Grenzen.Seit dem Militärputsch im Jahr 2009 hat die Gewalt gegenüber Journalisten drastisch zugenommen. Das Land gilt seit einiger Zeit als eines der gefährlichsten weltweit für Journalisten und Menschenrechtsaktivisten.

Im April 2013 war die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Dina Meza zu Gast bei Reporter ohne Grenzen und der Hondurasdelegation in Wien. Auf der Webseite der Hondurasdelegation finden Sie auch Informationen zur kommenden Wahl.

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