Französischer Dokumentarfilmer muss sich mehreren Prozessen in Brasilien stellen

Französischer Dokumentarfilmer muss sich mehreren Prozessen in Brasilien stellen

Reporter ohne Grenzen fordert brasilianische Gerichte auf, keine Zensurmaßnahmen gegen den französischen Filmemeacher José Huerta zu beschließen.

Huerta muss sich insgesamt acht Gerichtsverfahren stellen. In einem davon geht es um eine strafrechtliche Verurteilung, die eine Strafe von 60 000 Euro vorsieht, weil Huerta im Jahr 2008 über die negativen Auswirkungen eines Tourismusprojektes auf das kleine Fischerdorf Parajuru im Nordosten Brasiliens einen Film drehte.

Das Strafgerichtsverfahren begann gestern, Mittwoch. Reporter ohne Grenzen kritisiert, dass einige der beleidigenden Äußerungen, die Huerta getätigt haben soll, nicht im Film zu finden sind. Desweiteren fordert ROG das Gericht in Bundesstaat Ceará auf, sich nicht von finanziellem Druck beeinflussen zu lassen.


” Wir haben den Film ‘Eine Woche in Parajuru’ gesehen und können bezeugen, dass die Absicht des Regisseurs eine objektive Darstellung war. Es kommen darin sowohl die österreichischen Investoren des Tourismusprojektes zu Wort also auch die Menschen aus dem Dorf”, so ROG

„Huerta ist kein Gegner von Veränderungen um jeden Preis. Er kritisiert allerdings die fehlende Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung. Dies hätte die österreichische Firmengruppe vornehmen müssen, um demografischen oder umweltzerstörerischen Problemen vorzubeugen. Die negativen Konsequenzen des Tourismusprojektes vor Ort machte Huerta in seinem Film deutlich.

Gisele Wisniewski, Managerin der dort investierenden Firma, verweigerte dem Regisseur allerdings eine Antwort auf seine Fragen,” so ROG weiter.

Nach einer öffentlichen Vorführung des Films in Parajuru im April 2009 wurde Huerta wegen Verunglimpfung angezeigt. Dies führte zu insgesamt acht Gerichtsverfahren, über die der Regisseur jedoch erst im Januar 2010 informiert wurde.

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