Drei Monate Gefängnis für türkischen Cartoonisten Düzenli/ Gerichtsprozess um Erol Özkoray Mittwoch fortgeführt

Drei Monate Gefängnis für türkischen Cartoonisten Düzenli/ Gerichtsprozess um Erol Özkoray Mittwoch fortgeführt

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Der türkische Cartoonist Mehmet Düzenli ist wegen eines angeblich diffamierenden Cartoons von dem umstrittenen Islamprediger Adnan Oktar, der vor allem als Antizionist und Holocaustleugner bekannt ist, außerdem eine kreationistische Weltsicht vertritt, zu drei Monaten Haft verurteilt worden. Düzenli ist die Strafe am vergangenen Donnerstag im Gefängnis in der südlich gelegenen Stadt Alanya angetreten. Er erklärte, er verzichte auf eine Berufung, da dies, selbst bei einer Straffreiheit, für ihn eine zukünftige Selbstzensur in seinen Cartoons bedeuten würde.
„Wenn Herr Oktar das Recht hat, sich selbst als den Erlöser zu bezeichnen, habe ich das Recht zu behaupten, dass er lügt”, so Düzenli zu seiner Cartoon-Zeichnung, die zu seiner Verhaftung führte.

Rubina Möhring, Präsidentin von ROG-Österreich, bezeichnete die Inhaftierung des Cartoonisten als völlig inakzeptabel: „Das Urteil steht in keiner Relation zu der, wenn überhaupt, begangenen Straftat”, so Möhring. Für Reporter ohne Grenzen zeigt die Türkei einmal mehr, wie das türkische Strafgesetz die eigene Verfassung und auch die internationalen Konventionen für Meinungsfreiheit verletzt”, so Möhring weiter. ROG fordert daher dringende Reformen, die eine Entkriminalisierung von bisherigen Straftaten wie Beleidigung und Diffamierung beinhalten.
In der Türkei wird morgen, Mittwoch, außerdem die dritte Anhörung des unabhängigen Journalisten Erol Özkoray in einem Gericht in Istanbul stattfinden. Ihm wird vorgeworfen, in seinem Buch über die Gezi-Proteste (Titel: „Das Gezi-Phänomen”), das 2013 erschienen ist, Premierminister Recep Tayyip Erdogan beleidigt zu haben. Ihm droht eine Strafe bis zu 32 Monaten Gefängnis nach Paragraph 125 des Strafgesetzes, weil er in einem Kapitel seines Buches Graffitis und Slogans analysiert hatte, auf denen Erdogan von der Zivilbevölkerung beleidigt wurde (beispielsweise mit Zitaten wie „sei kein Arsch, höre auf die Menschen”)
Mehr zum Prozess im Fall Özkoray finden Sie hier
Die Türkei steht auf Platz 154 von 180 Ländern auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen
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