Doppelmord an zwei mexikanischen Journalisten in Nuevo León

Doppelmord an zwei mexikanischen Journalisten in Nuevo León

arton39903-e71ff.jpgDie beiden mexikanischen Journalisten José Luis Cerda Meléndez (33) und Luis Emanuel Ruiz Carillo (20) sind am 25. März vermutlich von organisierten Banden ermordet worden.

Ruiz, der als Journalist für die Tageszeitung “La Prensa” im Nachbarstaat Coahuila tätig war, befand sich in Monterey, um seinen Kollegen Cerda vom nationalen TV Sender “Televisa” zu interviewen. Nach dem Treffen im Hauptgebäude des Senders in Monterey wurden die beiden zusammen mit einem Cousin von Ruiz von bisher unbekannten Tätern in einen Wagen einzusteigen gezwungen.

Während die leblosen Körper von Ruiz und seinem Cousin am nächsten Tag neben einer Schnellstraße gefunden wurden, entdeckte die Polizei Cerdas Körper mit zusammengebundenen Händen und einem Kopfschuss an einer anderen Straße in Monterey. Neben Cerdas Leiche befand sich ein Zettel mit der Aufschrift: “Stoppt die Zusammenarbeit mit Los Zetas”, signiert von DCG, und weiters: “Grüße vom Architekten NR.1”.


Als TV Kameras den toten Körper von Cerda filmten, erschienen plötzlich bewaffnete Männer und trugen die Leiche fort. Die Polizei hinderte sie nicht. Die Männer luden die Leiche an jener Telefonzelle ab, von der aus Cerda zuletzt einen Anruf getätigt haben soll, bei dem er zu einer Friedensdemonstration in Nuevo León aufrief.

Nach Angaben, die der Sender “Televisa” gegenüber Reporter ohne Grenzen machte, kommen solche „symbolischen” Aktionen bei Mordfällen organisierter Clans desöfteren vor und dienen der Einschüchterung der Bevölkerung.

Für Reporter ohne Grenzen ist der Mord ein weiteres Zeichen dafür, wie sehr die Region in Mexiko von Drogenkartellen regiert wird.

“Wenn auch die Motive für den Mord nicht letztendlich geklärt sind: die brutale Ermordung der beiden Journalisten, die dem Schicksal des seit Anfang des Monats vermissten Journalisten Noel López Olguin folgen, machen die Dringlichkeit neuer Schutzmechanismen für Journalisten deutlich”, so Reporter ohne Grenzen. Zwar hatte das mexikanische Innenministerium bereits vergangenen November solchen Maßnahmen zugestimmt, an der Umsetzung und Implementierung mangelte es jedoch bisher.

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