Djibouti: 6 Radiomitarbeiter nach vier Monaten Haft vorläufig frei

Djibouti: 6 Radiomitarbeiter nach vier Monaten Haft vorläufig frei

Sechs Mitarbeiter des oppositionellen Radiosenders “La Voix de Djibouti” (Die Stimme Djiboutis) sind nach Informationen von Reporter ohne Grenzen (ROG) nach mehr als vier Monaten Haft am 22. Juni vorläufig entlassen worden. Sie stehen weiterhin unter gerichtlicher Kontrolle, da sie sich in einem “schwebenden Verfahren” befinden.

Die Journalisten und Informanten Farah Abadid Hildid, Hussein Ahmed Farah, Hussein Robleh Dabar, Abdillahi Aden Ali, Mustapha Abdurahman Hussein und Mohamed Ibrahim Waïss waren seit dem 9. Februar im Gabode-Gefängnis in Djobouti festgehalten worden, ohne dass es zu einem Gerichtsverfahren gekommen war. Sie wurden der Teilnahme an aufrührerischen Bewegungen bezichtigt. Die sechs Mitarbeiter waren gleichzeitig Mitglieder verschiedener Oppositionsparteien.

Einer von ihnen, der Journalist Farah Abadid Hildid, war vier Tage lang von der Polizei gefoltert worden, ehe er in Haft überstellt wurde. Hildid war, ebenso wie Hussein Ahmed Farah, zusätzlich für die inzwischen verbotene Zeitung “Le Renouveau” tätig gewesen.


“Die Mitarbeiter von “La Voix de Djibouti” sind Opfer Opfer einer von der Regierung angeordneten Operation gegen Oppositionelle geworden”, so Reporter ohne Grenzen (ROG). “Nachdem bereits 2007 die die Zeitung “Le Renouveau” verbotren wurde, versucht die Regierung nun, die letzten im Journalismus aktiven Oppositionellen mundtot zu machen”, so ROG weiter.

Nach Angaben eines Verteidigers der sechs Angeklagten beinhaltet der gegen sie vorgebrachte Vorwurf der Teilnahme an aufrührerischen Bewegungen bis zu 15 Jahre Haft nach § 145 und 146 des Strafgesetzes.

ROG kritisiert auch bisher fehlende Untersuchungen über die Rolle der Journalisten bei oppositionellen Protesten, wie sie sich im Februar 2009 in Djibouti abgespielt hatten. Die Regierung hatte ein Nachrichtenverbot über die Proteste verhängt.

In Djibouti hat die Regierung ein Monopol auf Nachrichtenmedien und verhält sich feindlich gegenüber ausländischen Journalisten. Der Radiosender “La Voix de Djibouti” umgeht die Zensur, indem er sein wöchentliches einstündiges Programm in mehreren Sprachen über Kurzwelle sendet.

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