Babtschenkos Lüge

Babtschenkos Lüge

Die ukrainische Hauptstadt Kiew scheint zu einem Nebenschauplatz des russisch-ukrainischen Konfliktes zu werden. Gestern wurde dort angeblich der Putin-kritische russische Journalist, Arkadi Babtschenko, brutal vor seiner Wohnung angeschossen. Wie es hieß, sei er auf dem Weg ins Krankhaus im Rettungswagen verstorben. Heute entschuldigte er sich auf einer Pressekonferenz, er habe keine andere Option gehabt, als sich auf dieses Manöver des ukrainischen Geheimdienstes einzulassen, um einen anderen, früheren Attentatsversuch aufzuklären. „Dieser fahrlässige Umgang mit der Wahrheit ist unverzeihlich und ein geschmackloses Spiel mit der Glaubwürdigkeit der Medien“, kommentiert Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.

Der frühere Attentatsversuch soll angeblich vom russischen Geheimdienst geplant worden sein. Heute wurde der mutmaßliche Auftragsmöder von ukrainischen Sicherheitsbeamten gefasst. Für 40.000 US-Dollar soll er laut ukrainischem Geheimdienst bereit gewesen sein, Arkadi Babtschenko bereits vor einigen Monaten zu ermorden. Angeblich standen auf der Liste des gedungenen Mörders noch über 30 andere Personen.

Babtschenko, ein regierungskritischer Journalist, hatte Russland Anfang 2017 verlassen, weil er sich bedroht fühlte. Mit seiner Familie emigrierte er zunächst nach Israel und gelangte schließlich über Tschechien in die Ukraine. „Auf Lügen aufgebaute Suche nach einem möglichen Attentäter, noch dazu in Zusammenarbeit mit einem Geheimdienst,  widerspricht jedweder professionellen Ethik und ist auf das Schärfste abzulehnen“, so Rubina Möhring.

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