Auslandssender verlieren in Aserbaidschan nationale Frequenz

Auslandssender verlieren in Aserbaidschan nationale Frequenz

Aserbaidschan hat kein Interesse an ausländischen Radiosendern auf seiner nationalen Frequenz. Mit dieser Begründung  verkündete Nushirvan Magerramli, der Vorsitzende des nationalen Rundfunkrates, das ab 2009 geplante Aus für die Auslandsradiosender BBC, Radio Free Europe/Radio Liberty und Voice of America in Aserbaidschan. Zumindest auf der FM-Frequenz.


“Diese Radiosender werden nicht verschwinden, sondern auf Kurzwelle weitersenden, wie es auch zu Sowjetzeiten üblich war. Der einzige Effekt, den das Verbot hat, ist eine Verschlechterung der Qualität für die Zuhörer”, so Rubina Möhring von den Reportern ohne Grenzen.

Die Organisation bezeichnet das geplante Sendeverbot als “ernsthaften strategischen Fehler”: “Wie lässt es sich anders betrachten als den Wunsch der Regierung, mehr Macht und Einfluss auf die Medien zu haben – ein Zeichen politischer Niederlage?”

In einem Brief an den aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev fordert Reporter ohne Grenzen das Staatsoberhaupt auf, in die Pläne des nationalen Rundfunkrates einzugreifen und “diesen kontraproduktiven Schritt für Aserbaidschan zu verhindern.” Damit würde er zeigen “dass ausländische Medien keine Gefahr für seine Macht  darstellen.” Ausserdem sollte Aliev in einen Dialog mit den drei Radiosendern treten und, wenn nötig, einen Plan zur Konstruktion neuer Transmitter erarbeiten.

Reporter ohne Grenzen betont, dass die drei Sender die wesentliche, wenn nicht einzige Quelle objektiver und qualitativ hochwertiger  Berichterstattung im Land seien und “einen fundamentalen Beitrag zum Medienpluralismus” für Aserbaidschan leisten. Vor allem der Sender Radio Free Europe/Radio Liberty sei in der Bevölkerung äußerst beliebt.
 
In den letzten Jahren haben russische und türkische TV-Sender, sowie französische und russische Radiosender bereits ihre Frequenzen in Aserbaidschan verloren.

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