Arzt in kurdischer Stadt Erbil wegen Artikel über Homosexualität eingesperrt

Arzt in kurdischer Stadt Erbil wegen Artikel über Homosexualität eingesperrt

In der kurdischen Stadt Erbil in der Nähe der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde am 24.November der Arzt Adel Hussein verhaftet und zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er einen Text über Homosexualität in der unabhängigen Zeitung Hawlati verfasst hatte.

Hussein wurde daraufhin wegen Verletzung des öffentlichen Anstandes nach Artikel 403 des Strafgesetzes verurteilt.


Die Organisation Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung Husseins, denn “Sexualität ist Teil der Freiheit des Individuums, die ein demokratischer Staat erhalten und schützen muss”, so die Organisation.

Hussein hatte sich in seinem Text nicht einmal als Fürsprecher von Homosexualität geäußert, sondern einen wissenschaftliche Perspektive eingenommen.

“Wir sind sehr erstaunt darüber, dass dieser Fall nach dem Strafgesetz geahndet wird”, so Rubina Möhring von den Reportern ohne Grenzen.”Denn wozu wurde in der Region Kurdistan ein Pressegesetz geschaffen, und sogar liberalisiert, wenn Fälle wie dieser immer noch nach viel restriktiveren Gesetzen verurteilt werden?”

Zur Verhaftung Adel Husseins kam es, als der Staatsanwalt der Stadt Erbil eine Beschwerde gegen Hussein einbrachte wegen des im April 2007 veröffentlichten Artikels über physische Folgen von Sodomie. Zusätzlich zu der sechsmonatigen Gefängnisstrafe sind für Hussein 125.000 Dinar (ca 85 Euro) Bußgeld angesetzt.
 
Als Mitglied der Union kurdischer Journalisten schreibt Hussein regelmäßig Artikel für die lokale Presse und moderiert ein Programm auf dem Sender Newroz TV.
 
Erst am 13.November wurde der Redakteur der Wochenzeitung Hawlati, Shawan Dawodi, zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Er hatte kritische Artikel über die Gesetzesreform im irakischen Teil Kurdistans verfasst.

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