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Aktion vor der türkischen Botschaft: Lasst die JournalistInnen frei!

Heute haben wir gemeinsam mit anderen JournalistInnen-Organisationen versucht, der türksichen Botschaft 10.000 Unterschriften zu übergeben: Die sofortige Freilassung aller inhaftierten JournalistInnen in der Türkei, die Achtung der Presse- und Meinungsfreiheit und ein Ende der Repressionen gegenüber JournalistInnen und Medien. Die türkische Botschaft hat nicht darauf reagiert. Hier ein Bericht von Markus Müller im Ö1-Mittagjournal.

#FreeTurkeyJournalists ist eine Initiative von Aufstehn.at, International Press Institute (IPI), Reporter ohne Grenzen, GPA-djp, Initiative Qualität im Journalismus und Presseclub Concordia. “Freiheit für JournalistInnen in der Türkei!” appellieren auf www.freeturkeyjournalists.at mehr als 10.000 Menschen aus der österreichischen Zivilgesellschaft.

Zerstörung der Meinungsvielfalt und brutale Maßnahmen

„Mit der Zerstörung von Meinungsvielfalt und den brutalen Maßnahmen gegen allfällige RegierungskritikerInnen und ‚Andersdenkende’ hat der türkische Präsident Erdogan das von ihm regierte Land auf Kurs gebracht in Richtung eines autoritären Regimes“, kritisiert Rubina Möhring von Reporter ohne Grenzen. Dies könne auch ein Anzeichen sein für einen zutiefst traurigen Wechsel von einer dem türkischen Naturell entsprechenden Offenheit und Menschenfreundlichkeit zu einer Gesellschaft hinter geschlossenen Vorhängen, so Möhring.

„In dem vergangenen Jahrzehnt hat IPI eine ständige Verschlechterung der Pressefreiheitslage in der Türkei beobachtet. Heute befinden sich dort rund 150 JournalistInnen hinter Gittern, viele mehr sind in Rechtsstreitigkeiten involviert und zahlreiche unabhängige Nachrichtenmedien wurden von den Behörden blockiert oder abgeschaltet. Die Türkei hat einen Punkt erreicht, an dem unabhängiger Journalismus grundsätzlich nicht existent ist – trotz des unermesslichen Mutes und der Beharrlichkeit der journalistischen Gemeinschaft im Lande”, berichtet Barbara Trionfi vom International Press Institute (IPI).

Österreichische Zivilgesellschaft schützt und unterstützt türkische JournalistInnen

“Die Solidarität mit den JournalistInnen in der Türkei ist enorm wichtig: Mit ihrer Unterschrift senden über 10.000 Menschen aus der österreichischen Zivilgesellschaft ein starkes Signal an die türkische Regierung und schaffen öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema. So unterstützen und schützen die UnterzeichnerInnen des Appells die JournalistInnen in der Türkei”, sagt Nelson Carr von der gemeinnützigen NGO Aufstehn.at, die die Kampagne #FreeTurkeyJournalists in Österreich betreut.Barbara Trionfi betont auch die internationale Dimension der #FreeTurkeyJournalists-Kampagne des International Press Institutes (IPI): “Unser globales Netzwerk von RedakteurInnen, JournalistInnen und MedienleiterInnen steht in Solidarität mit unseren KollegInnen in der Türkei und ihrem international anerkannten Recht, Meinungen und Informationen von öffentlichem Interesse frei zu sammeln und zu verbreiten”, so Trionfi.