30 Jahre Berufsverbot und ein Jahr Haft für iranische Preisträgerin des “Reporter ohne Grenzen Award” / Gestern Preisverleihung in Bonn

30 Jahre Berufsverbot und ein Jahr Haft für iranische Preisträgerin des “Reporter ohne Grenzen Award” / Gestern Preisverleihung in Bonn

Die iranische Journalistin Zhila Bani Jaghob, diesjährige Preisträgerin des
“Reporter ohne Grenzen Award”, ist in Teheran zu 30 Jahren Berufsverbot und
einem Jahr Haft verurteilt worden. Die Richter der 26. Kammer des Teheraner
Revolutionsgerichtes befanden Bani Jaghob für schuldig, “Propaganda gegen
die Staatsführung” betrieben zu haben. Die Reporterin und Frauenrechtlerin
wurde am 8. Juni über den Richterspruch informiert.

Der “Reporter ohne Grenzen Award” wurde im Rahmen des “Deutsche Welle Global
Media Forum” am 22. Juni in Bonn verliehen. Die Auszeichnung ist eine von
insgesamt 17 Preiskategorien des internationalen Blog-Wettbewerbs der
Deutschen Welle “Best Of The Blogs (BOBs)”. Bani Jaghob erhält den “Reporter
ohne Grenzen Award” für ihr Blog “Wir sind Journalisten“. Zur BOBs-Preisverleihung konnte
die Journalistin nicht anreisen. Für die Zeremonie schickte Bani Jaghob eine
Grußbotschaft. Die Journalistin hat unterdessen angekündigt, gegen das
Teheraner Urteil Berufung einlegen zu wollen.


Zhila Bani Jaghob wurde der “Reporter ohne Grenzen Award” für ihre
Verdienste um die Meinungsfreiheit im Iran verliehen, wie am 15. April 2010
in Berlin bekannt gegeben wurde. Bani Jaghobs persischsprachiger Blog
enthält aktuelle Informationen zur Lage im Iran und greift insbesondere
soziale und frauenspezifische Themen auf. “Zhila ist in ihrer Heimat eine
Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit”, so Lucie Morillon, Leiterin des
ROG-Referates “Neue Medien”, bei der Bekanntgabe der Gewinner des “Best fo
the Blogs”-Wettbewerb. Wie Bani Jaghob nach dem jüngsten Gerichtsurteil
erklärte, schrieb sie wiederholt auf ihrem Blog auch über die Proteste gegen
die umstrittene Präsidentschaftswahl im Juni 2009.

Auch mehr als ein Jahr nach dem umstrittenen Wahlsieg Mahmud Ahmadinedschads
ist das Ausmaß der Unterdrückung und Verfolgung kritischer Stimmen im Iran
dramatisch: Mehr als 170 iranische Journalisten und Blogger wurden in den
vergangenen zwölf Monaten festgenommen, 38 von ihnen sind noch im Gefängnis
und mehr als 100 Medienschaffende haben die islamische Republik seit der
Präsidentschaftswahl verlassen.

Lesen Sie hier eine ausführliche Bilanz der Repressionen gegen
Medienschaffende im Iran in den vergangenen Monaten:

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