Mexiko: Journalist entführt und ermordet worden


Der mexikanische Journalist Victor Báez Chino ist am 14. Juni in der Stadt Xalapa (Hauptstadt des (Bundesstaates Veracruz), ermordet aufgefunden worden. Der im ganzen Land bekannte Journalist war auf Kriminalität spezialisiert und schrieb für die Zeitung "El Portal de Veracruz", einer lokalen Beilage der Wochenzeitung "Milenio". Báez war auch Organisator des Netzwerks für Kriminaljournalisten "Reporteros Policiacos". Er war einen Tag zuvor, am Abend des 13. Juni, von drei bewaffneten Männern entführt worden, nachdem er sein Büro verließ.

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert von Behörden auf lokaler wie auf staatlicher Ebene, den Mordfall lückenlos aufzuklären. Auch beim Treffen der G20-Staaten am 18. und 19.Juni in Mexico City sollte über den Schutz von Journalisten diskutiert werden. "Es geht hier um die Nichteinhaltung von Menschenrechten dieses Gastlandes während der letzten 6 Jahre", so ROG.



Báez' lebloser Körper wurde in der Nähe der beiden Redaktionsbüros der Zeitungen "Oye Veracruz" und "Gráfica de Xalapa" gefunden. Nach Angaben des zuständigen Staatsanwaltes wurde neben der Leiche eine Nachricht der kriminellen Vereinigung "Los Zetas gefunden", auf der zu lesen war: "Das passiert jenen, die uns betrügen und versuchen, besonders schlau zu sein". Kollegen von Báez sagten, der Journalist habe vor seinem Tod keinerlei Drohungen erhalten.

Der Mordfall an Victor Báez Chino wird derzeit vom Bundesjustizministerium untersucht. Auch die Spezialeinheit der Staatsanwaltschaft für Verbrechen an der Meinungsfreiheit (FEADLE) ist mit dem Fall beschäftigt. Auch die neue Gesetzgebung, nach der Angriffe auf Journalisten als Verbrechen auf Bundesebene gewertet werden, kommt hier zur Geltung. Am 20 Juni werden im Bundesstaat Veracruz neue Maßnahmen zum Schutz von Journalisten in Kraft treten - ein Jahr nach Mord an dem Redakteur und Kolumnisten Miguel Ángel López Velasco und seiner Familie.

Veracruz gilt als einer der gefährlichsten Orte für Journalisten weltweit. In den vergangenen zwei Monaten wurden hier bereits drei Journalisten getötet. Seit Beginn der Regierungszeit von Gouverneur Javier Duarte im Jahr 2010 sind bereits neun Journalisten getötet worden. Ein Journalist gilt als vermisst.

Insgesamt sind in den letzten zehn Jahren 85 Journalisten in Mexiko ermordet worden, 15 weitere sind vermisst.

Mexiko steht auf Platz 149 von 179 auf der Weltrangliste von Reporter ohne Grenzen.

Zum Originaltext in englischer Sprache >>
18.06.12 13:05 |

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