Hinweise zur Erstellung

Hinweise zur Erstellung

Die jährliche Rangliste von Reporter ohne Grenzen schätzt die weltweite Lage der
Presse- und Medienfreiheit ein. Sie versucht den Grad der Freiheit wiederzugeben,
die Journalisten und Medien in einzelnen Ländern genießen und bewertet die
Bemühungen der jeweiligen Staaten, unabhängige Berichterstattung zu
respektieren und die freie Arbeit von Journalisten sicherzustellen. Die Rangliste ist
kein Indikator für die Qualität der Berichterstattung in den jeweiligen Ländern.
Jedem Land sind ein Platz und eine Punktzahl zugeordnet. Um die Situation
differenzierter zu beschreiben, wurde in diesem Jahr das Bewertungssystem
verändert, wodurch zum ersten Mal auch negative Punktzahlen auf der Rangliste
auftauchen. Für den Vergleich der Länder untereinander und der Entwicklung über
mehrere Jahre sind deshalb die Postionen auf der Rangliste ausschlaggebend,
nicht die Punktzahlen.

Die Rangliste 2011 berücksichtigt die Situation vom 1. Dezember 2010 bis zum
30. November 2011. Sie bezieht nur Verletzungen der Pressefreiheit mit ein, nicht
aber Menschenrechtsverletzungen im Allgemeinen.

Für die Einschätzung hat Reporter ohne Grenzen einen Fragebogen mit 44
Kriterien zusammengestellt. Die Fragen beziehen sich auf alle Arten von
Verletzungen der Medienfreiheit mit direkten Auswirkungen auf Journalisten (z.B.
Morde, Verhaftungen, körperliche Angriffe und Drohungen) und auf Medien (z.B.
Zensur, Beschlagnahmung von Zeitungsausgaben). Der Index erfasst auch,
inwieweit Personen, die für Verletzungen der Pressefreiheit verantwortlich sind,
ungestraft davonkommen.

Der Fragebogen berücksichtigt die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen
Medien arbeiten (z.B. medienrechtliche Strafen, Staatsmonopole oder die Existenz
von Regulierungseinrichtungen) und das Maß der Unabhängigkeit öffentlicher
Medien. Selbstzensur, Recherchefreiheit und finanzieller Druck fließen ebenso in
die Bewertung ein wie Hindernisse für den freien Informationsfluss im Internet.
Berücksichtigt werden nicht nur Verletzungen der Medienfreiheit, die vom Staat
ausgehen, sondern auch Bedrohungen seitens bewaffneter Milizen,
Untergrundorganisationen oder anderer Interessengruppen.

Die Fragebögen werden jedes Jahr weiterentwickelt und an Partnerorganisationen
von Reporter ohne Grenzen, an die weltweit rund 150 Korrespondenten der
Organisation sowie an Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und
Menschenrechtsaktivisten versandt. Die Fragebögen werden qualitativ und
quantitativ ausgewertet, wobei es sich jedoch nicht um eine repräsentative
Umfrage nach wissenschaftlichen Kriterien handelt.

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