Argentinien: Angriff auf Journalisten

Reporter ohne Grenzen ist schockiert über die Nachricht, dass zwei Journalisten in Argentinien bedroht und attackiert wurden.

In der Innenstadt von Sancti Spiritu wurde der Leiter der Radio Station "FM UNO", Hernan Garcia, vom dortigen Bürgermeister, Abel Fontenla, mit einer Schusswaffe bedroht. Garcia war zu einem Treffen mit diesem geladen worden, um seine einige Tage vorher gemachten Anschuldigungen zu diskutieren. Der Journalist war anscheinend über Unregelmäßigkeiten im öffentlichen Haushalt gestolpert. Laut Garcia bedrohte Fontela ihn brutal sowohl verbal alsauch mit einer Pistole. Dem Journalisten gelang nach einem Handgemenge die Flucht.


Garcia konnte den Vorfall mit seinem Handy aufnehmen, und berichtete anschließend unverzüglich den Behörden davon. Auch via Radio wurde der Vorfall verbreitet. Fontela, der zunächst alles abstritt und laut Garcia auch die Polizei unter Druck zu setzen versuchte, wurde nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der zweite Journalist, Silvio Novelino, Direktor des Montasmagazins "El Pepiri", wurde mittels einer selbstgebauten Bombe eingeschüchtert. Der Journalist blieb unverletzt, sein Auto jedoch ging in Flammen auf, als ein Molotow Cocktail in die Garage seines Hauses flog.
Novelino erklärte gegenüber Reporter ohne Grenzen, dass er seit seinem Amtantritt bei der Zeitschrift vor 18 Monaten Drohungen erhalten hätte. Für ihn steht der Anschlag in Zusammenhang mit seinen Enthüllungen über korrupte Lokalpolitiker.

Die beiden Fälle der attackierten Journalisten wiegen umso mehr, da Argentinien bislang als eines der sichereren Länder dieser Region galt. Physische Attacken waren seltener und Journalisten konnten unbehelligter ihrer Arbeit nachgehen.

Reporter ohne Grenzen fordert die lokalen Behörden auf, jegliche Schritte zu unternehmen, um die Vorfälle aufzuklären, die Schuldigen zu bestrafen und die Sicherheit der beiden Journalisten zu gewährleisten.


Zum Originaltext in englischer Sprache >>
27.08.12 11:07 |

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